Die Rübeländer Tropfsteinhöhlen – Die Baumannshöhle

Natürlich findet man auch Höhlen im Harz. Die bekanntesten und auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Höhlen, sind die Tropfsteinhöhlen Baumannshöhle und Hermannshöhle.
Diese finden Sie in dem kleinen Harzörtchen Rübeland, direkt an der Bundesstraße B27.

Die Baumannshöhle

Die Baumannshöhle wurde wahrscheinlich bereits in der prähistorischen Zeit entdeckt. Irgendeine altsteinzeitliche Jägergruppe wird den hoch über den Bodefluß gelegenen Eingang, als idealen Rastplatz erkannt und als Unterschlupf genutzt haben. Was Funde aus der Jungsteinzeit belegen.

Die älteste Schauhöhle Deutschlands, die Baumannshöhle in Rübeland im Harz
Baumannshöhle in Rübeland

Die Baumannshöhle ist die älteste Schauhöhle Deutschlands und nachweisbar seit 1649 in Betrieb. Eine in der „Alten Abteilung“ an die Wand gerußte Jahreszahl 1616 stammt aus der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg. Der erste amtlich bestellte Höhlenführer war Valentin Wagner, 1649 erteilten die Herzöge von Braunschweig dem Rübeländer das Privileg, Besucher durch die Höhle zu führen. Das offene Licht der damaligen Zeit, die Fackeln und bengalisches Feuer, schadeten dem Klima der Höhle und verrußten die Sintergebilde. Die Mehrzahl der Besucher zog schließlich die 1672 entdeckte und 1787 für Besucher gangbar gemachte aber Tropfstein ärmere Bielshöhle vor. Die Baumannshöhle galt als ein zur Unattraktivität herabgewirtschaftetes Objekt von drittklassigem Rang. Erst durch die Entdeckung neuer Höhlenabschnitte zeichnete sich ein Wandel an.

Seit 1928 kann man die die Baumannshöhle von der Eingangshalle kommend durch einen circa 70 Meter langen Stollen betreten. Nach kurzem Stück Weg erreicht man einen Saal von 60 Meter Länge und circa 40 Meter Breite. Zu Ehren des Besuches von Johann Wolfgang von Goethe wurde dieser im Dezember 1777 zum Goethe Saal getauft. Seit 1935 wird er auch für Theateraufführungen, Märchenstücke und andere Veranstaltungen genutzt. Ein Teil der Kulisse ist auch der zeitgleich angelegte Wolfgang-See.  Höhlentypisch sind in diesem Raum auch die sich auftürmen Versturzmassen und die Sintervorhänge hinter dem Bühnengeländer.

Der Goethe Saal und Palmengrotte

Nach Verlassen des Goethe-Saales führt der Weg über künstlich angelegte Treppen in den nächsten Großraum. Links am Halleneingang ist ein mit Geländer gesichertes, großes gähnendes Loch, welches unscheinbar zu sein scheint. Hier wurden aus Lehmablagerungen viele Bärenknochen gefunden. Vor der Wand des Saales findet man ein kleines Reststück vom ehemaligen Höhlenboden. Dieser besteht aus Lehm verkitteten, durch Kalksinter verfestigten Absturzmassen von alten Stalaktiten und Sinterfahnen sowie vereinzelte Kalksteinbrocken sowie Knochen von Wirbeltieren.

Höhlen in Rübeland im Harz

Weiter geht der Weg am Fotostandort vorbei Richtung Schildkrötenschlucht. diese erhielt ihren Namen aufgrund eines großen übersintertern Kalksteinblock der auf zahlreichen Bruchblöcken am Ende der Schlucht liegt. Die Treppenstufen vom Fotostandort führen auf die Spitze des Schuttberges, welcher liebevoll Brockenmassiv genannt wird Oben angekommen hat man einen Überblick über die Höhle und der Hohlraumbildung. Von dort geht es weiter in die „Palmengrotte“. Hier ist das eigentliche Wahrzeichen der Höhle  – die „Musikalischen“ Tropfsteine des Glockenspieles sowie rechts daneben ein typischer terrassenförmiger Bodensinter.

Märchenwald und Höhlenbären

Die letzte Abteilung ist der „Märchenwald“, eine Gruppierung von Tropfsteinen. Hier findet man auch ein eine Nachbildung von einem Skelett des Höhlenbären.

Höhlenbärenfamilie

Auf dem Weg zum Ausgang kommt man noch an eine weitere Seltenheit vorbei, an einem Links vom Weg positionierten Bodenzapfen, dessen Dickenwachstum nach oben hin, entgegen sonstigen Gepflogenheiten, zunimmt. Durch eine weitere kahle Kolkhöhle (Kolk: meist rundliche Vertiefung an der Höhlendecke und am Höhlenboden, entstanden durch wirbelndes Wasser) mit den charakteristischen Vertiefungen im Kalkstein gelangt man schließlich oberhalb der Eingangshöhle wieder ans Tageslicht.
Von hier aus kann man einen weiteren Höhlenbesuch in der Baumannshöhle unternehmen oder weitere Sehenswürdigkeiten im Harz besuchen.

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